Kurzbeschreibung
Jede Klasse von Problemen bzw. Herausforderungen wird mit der Erschaffung eines Wertesystems gelöst. Bis jetzt hat die Menschheit acht unterschiedliche Wertesysteme hervorgebracht: Solche Wertesysteme sind Mechanismen, die die Psyche entwickelt hat, um mit bestimmten Umweltsituationen angemessen umgehen zu können. Verändern sich die Probleme und Herausforderungen, denen sich ein Mensch oder eine Gesellschaft gegenüber sieht, dann verändert sich auch ihr Wertesystem. Wertesysteme sind daher angemessen, wenn sie ein kongruentes Problem-Lösungsverhalten ermöglichen. Sie dürfen aber nicht unabhängig vom Kontext miteinander verglichen werden.
emergent = entstehend
Wertesysteme entstehen durch Veränderung des Milieus immer wieder neu
Zyklische Doppelhelix
Jedes Wertessystem entsteht am Schnittpunkt zweier Kräfte, nämlich dem Problem
und dem jeweiligen Problemlösungsansatz
Ein Wertesystem reflektiert wie Menschen denken, d. h. ihre Werte und Glaubensstrukturen. Sie dürfen a ber nicht mit dem Thema oder dem jeweiligen Inhalt des Denkens verwechselt werden. Wertesysteme sind vielmehr ein Schema oder eine Art und Weise des Denkens. Häufig sind Wertesysteme, die inhaltlich diametral entgegengesetzt sind, wie z. B. eine fundamentalistische Religion und der so genannte "atheistische Kommunismus", lediglich Ausformungen ein und desselben Wertesystems.
Das Graves-Modell hat einen enormen Erklärungs- und Vorhersagewert und ist auf alle Aspekte des biologischen, psychologischen und soziologischen Verhaltens anwendbar. Es erklärt sowohl individuelles Verhalten als auch internationale politische Interaktionen: Unterschiedliches Denken bezüglich der Religion, des Sinns der menschlichen Existenz, Ökonomie, Politik, Familie, Ausbildung, Gesundheit und Freizeit als auch in Bezug auf unterschiedliche Muster bei Zielen, Ethik, Motivation, Lebensstil und Organisation. Das Eintreten bzw. das Verlassen des jeweiligen Systems wird ausgelöst durch Kräfte aus dem Milieu, in dem das jeweilige System existiert. Die Tiefenstrukturen des Graves-Modells entsprechen aber Arten des Denkens, nicht Typen von Menschen. Diese Muster bilden biopsychosoziale Systeme ab und sind weder eine Typologie von Menschen noch diskrete Entwicklungsstufen von Menschen. Sie reflektieren Systeme im Repertoire menschlicher Verhaltensmöglichkeiten, weshalb jeder Mensch bestimmte mentale Muster besitzt, die durch unterschiedliche Kontexte und Situationen aktiviert werden können.
Die Eigenschaften der Ebenen
Das emergent-zyklische Doppelhelix-Modell für die biopsychosoziale Entwicklung von Erwachsenen postuliert acht Ebenen:
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