Anhand pointierter Absätze werden die drei Verarbeitungsprozesse
Tilgung,
Generalisierung und
Verzerrung
dargestellt und erläutert.
Ich bin eine
Tilgung.
Ich möchte die meisten Informationen für mich behalten. Quasi das schwarze Loch des
Universums in der Sprache. Und jeder füllt das Loch auf seine Weise. Ich lasse am liebsten alles weg, weil
es sowieso zuviel ist. Kurz und knapp ist die Devise.
Das ist für meinen Menschen von großer Wichtigkeit, da er sowieso nicht für alle Geschehnisse der Umgebung
Kapazitäten hat. Oder ist es lebenswichtig zu wissen, wie viel Pflanzen in diesem Raum sind oder was das
Nervensystem alles sendet, wenn diesen wichtigen Ausführungen gelauscht wird? die ganze Information würde
ihn hemmungslos überfordern. Er braucht Klarheit und Kürze.
Mein liebster Stil ist der Telegrammstil, ist ja auch billiger und reicht aus. Da kann ich ohne Ende tilgen.
Stellt euch vor, ich sagte anstatt des bequemen "es geht mir gut" "heute morgen habe ich schöne Musik gehört
und bin dann hinaus gegangen, um mich sportlich zu betätigen und mit lieben Menschen zu treffen, habe dann
gute Gespräche geführt und bin deswegen ziemlich zufrieden"! Da langweilen sich ja alle. Prägnanz ist
angesagt! Der Vorgang ist uninteressant, das Ergebnis zählt. Na ja, ich kann meinen Menschen aber auch
schon mal zur Verzweiflung bringen, nämlich dann, wenn ich in seiner Gegenwart gebraucht werde und meinem
Menschen doch Verständnis wichtig ist. Wenn ihm Schlagworte wie Respekt, Strenge oder das Wesentliche um
die Ohren gehauen werden und er sich seinen Teil denken muss. Dann verflucht er mich. Aber es gibt ja Gott
sei Dank die
Meta-Modell-Fragen.
Ich bin eine
Generalisierung.
Ich bin entweder schwarz oder weiß, immer oder nie, alle oder keiner,
zwischendrin gibt es nichts bei mir. Wozu auch? Es ist doch letzten Endes sowieso immer das gleiche.
Man muss sich an die Regeln halten und dann kann nichts schief gehen.
Für meinen Menschen bin ich lebenswichtig. Denn es reicht ewig als Erfahrung, wenn er einmal auf die
heiße Herdplatte gefasst hat. Er wird es nie wieder tun. Mit meiner Hilfe wird er alle Regeln brav
einhalten weil er lernt, dass nicht sein kann, was nicht sein darf. Denn Regen kommt immer von oben,
und das Leben muss organisiert werden. Ihr müsst mich auch unbedingt gebrauchen, ja ihr könnt gar
nicht anders.
Aber wie bei schwarz und weiß bin ich für meinen Menschen auch nicht immer eine Erleichterung ...
Wenn seine Mitmenschen sich durch seine unverrückbaren immer gültigen Lebensweisheiten genervt und
gemaßregelt fühlen. Wenn er mit meiner Hilfe von Regeln und Meinungen überzeugt ist, die ihn immer nur
das Schlechteste von sich glauben lassen, oder die ihn nichts Neues sehen lassen, weil es eben nicht sein
darf. Wer bestimmt übrigens überhaupt, was sein darf und was nicht? Auf jeden Fall helfen ihm hier
Meta-Modell-Fragen.
Ich bin eine
Verzerrung.
Ich bin die rosa Brille der Verliebten, die dunkle Wolke, durch die die
Schlechtgelaunten in die Welt blicken und ich bin ein individueller Spiegel Eures Spiegelkabinetts,
durch das ihr Menschen die Umgebung und auch euch selbst betrachtet ...
Und ich bin wichtig, weil ich weiß, warum etwas so und nicht anders ist. Das hilft meinem Menschen sehr,
wenn er sich orientieren will, wenn er Erklärungen für Geschehnisse sucht. Damit kann er vortrefflich
Verantwortung abgeben und sich entlasten, also das arme Opfer sein oder aber er kann das Kindermädchen
für andere werden....
Und ich bin die Meinung, die mein Mensch von sich aus über etwas hat, die aber nicht explizit ausgesprochen
wird. Dabei sollte doch bekannt sein, dass das Schwierigkeiten geben kann. Ich tue so, als ob ich weiß, was
andere denken. Und Euch macht das Metamodell Spaß, oder? Denn Ihr seid schlau genug, den Nutzen daraus zu
ziehen und es anzuwenden. Denn das ist die richtige Art, zu lernen und sich zu entwickeln. Und dazu gibt
es unendlich viele Wege. Unter anderem die
Meta-Modell-Fragen.
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Kapitelübersicht:
4. Meta-Modell

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