5.7 Six-Step-Reframing
Das
Six-Step-Reframing
ist eines der berühmtesten NLP-Interventionsmodelle. In sechs Schritten
können Verhaltensgewohnheiten beleuchtet und verändert werden. Wesentliche Wirkelemente sind die Trennung der
Absicht vom Verhalten, das Teilemodell im NLP und die Ideen des kreativen Teils für neues Verhalten.
Besonders geeignet für psychosomatische Symptome und ganz besonders die, die sich dem Bewusstsein entziehen:
Man hat keine Ahnung, warum man das Symptom hat. Ständiges Hin- und Herpendeln zwischen Bewusstsein und
Unbewusstsein, zwischen Wachheit und
Trance.
Jedem Symptom wird ein symptomproduzierender Teil zugeordnet.
Unterscheidung zwischen Absicht und Verhalten.
- Identifizieren Sie das Muster (X), das verändert werden soll: Ich möchte mit X aufhören, aber ich
kann nicht. Ich möchte Y machen, aber etwas hält mich zurück.
- Etablieren Sie die Kommunikation zu dem Teil, der für das Muster verantwortlich ist.
Wird der Teil von mir, der mich zu X veranlasst, im Bewusstsein mit mir kommunizieren? Achten Sie auf alles -
Gefühle/Bilder, Gerüche/Töne -, was als Antwort auf diese Frage internal passiert. Etablieren Sie die
"ja/nein"-Bedeutung des Signals. Lassen Sie Klarheit, Lautstärke oder Intensität für Ja zunehmen und für
Nein abnehmen.
- Trennen Sie das Verhalten, das Muster X, von der positiven Absicht desjenigen Teils, der für
X verantwortlich ist. Das unerwünschte Verhalten ist nur ein Weg, eine bestimmte positive Funktion zu
erreichen. Fragen Sie den für X zuständigen Teil: Wärst du bereit, mich im Bewusstsein wissen zu lassen,
was du mit dem Muster X für mich zu tun versuchst? Bekommen Sie eine Ja-Antwort, bitten Sie den Teil seine
Absicht mitzuteilen. Bekommen Sie eine Nein-Antwort, machen Sie mit dem unbewussten Reframing weiter, mit der
Präsupposition einer positiven Absicht. Ist diese Absicht für das Bewusstsein akzeptabel? Möchten Sie einen
Teil haben, der diese Funktion ausübt? Fragen Sie den für X zuständigen Teil: Falls es Möglichkeiten gäbe,
Ihre positive Funktion genauso gut oder besser auszuüben als mit Hilfe von X, hätten Sie Interesse daran, sie
auszuprobieren?
- Finden Sie Zugang zu einem kreativen Teil und bringen Sie neue Verhaltensweisen hervor, um die
positive Funktion auszuüben. Machen Sie sich Erfahrungen von Kreativität zugänglich und ankern Sie diese
oder fragen Sie: Sind Sie sich dessen bewusst, einen kreativen Teil zu haben? Lassen Sie den Teil, der für
X zuständig ist, dem kreativen Teil seine positive Funktion mitteilen, erlauben Sie dem kreativen Teil,
weitere Möglichkeiten für die Ausübung dieser Funktion hervorzubringen und lassen Sie den Teil, der für X
zuständig war, unter diesen Möglichkeiten drei aussuchen, die mindestens so gut sind wie X oder besser. Lassen
Sie ihn jedes Mal ein Ja-Signal schicken, wenn er eine solche Alternative auswählt.
- Fragen Sie den Teil: Bist du bereit, die Verantwortung dafür zu übernehmen, die drei neuen Alternativen
im entsprechenden Kontext zu benutzen? Dadurch ist auch für eine Überbrückung in die Zukunft gesorgt.
Zusätzlich können Sie auf der unbewussten Ebene den Teil bitten, die sensorischen Hinweise zu identifizieren,
die die neuen Wahlmöglichkeiten auslösen, um vollständig die Erfahrung zu machen, wie es ist, wenn diese
sensorischen Hinweise mühelos und automatisch jeweils eine der neuen Wahlmöglichkeiten herbeiführen.
-
Ökologischer Check:
Hat irgendeiner meiner Teile etwas gegen die drei neuen Alternativen einzuwenden?
Bei einer Ja-Reaktion gehen Sie zurück nach oben zu Schritt 2.
- Der Therapeut stellt sicher, dass zwischen ihm und dem Teil kein Konkurrenz-
oder Machtkampf läuft.
- Der Therapeut würdigt die Leistung des Teils und verbündet sich mit dem Teil, wenn nötig gegen die
diskriminierenden Bemerkungen des Klienten.
- Der Therapeut stellt sicher, dass der Teil darüber entscheidet, ob der Prozess im Bewusstsein oder
außerhalb des Bewusstseins ablaufen soll.
- Der Therapeut verwendet äußerste Sorgfalt auf die Etablierung eines eindeutigen Kontaktes mit dem Teil.