Darstellung der Prinzipien der indirekten Hypnoseform, wie sie Dr. Milton Erickson vertrat.
Die für die Hypnose nach Erickson typischen
Prinzipien sind:
Hypnotische Suggestionen sollen dem Klienten nicht aufgedrängt werden oder ihn zu etwas
zwingen. Statt dessen wollen sie die Funktionsweisen der natürlichen geistigen Mechanismen und Assoziationen,
die schon im Patienten vorhanden sind, aktivieren oder ändern (Erickson, Rossi & Rossi, 1978). Das bedeutet,
dass man einem Klienten, von dem man den Eindruck hat, er möchte sich bewegen, tatsächlich erlaubt, sich zu
bewegen oder dass man vorhandene Ängste in den Prozess miteinbezieht. Das Ziel der Utilisation besteht darin,
eine Ja-Haltung im Klienten zu erzielen und so Widerstände zu vermeiden oder sogar im Sinne der Therapie
zu benutzen. Utilisation ist ein starkes Mittel, um eine vertrauensvolle therapeutische Beziehung
(Rapport)
aufzubauen.
Dadurch werden Widerstände erstickt, bevor sie überhaupt entstehen.
"Die Verbalisierungen zur Induktion und während der Therapie werden nicht direkt im Sinne einer Anweisung
gegeben, sondern in einer speziellen Form der Kommunikation. Der Patient erfährt stets Anerkennung und kann
weiterhin eine Ja-Haltung entwickeln bzw. beibehalten." (Kossak, 1989, Seite 134). Hinter den indirekten
Formen von Suggestionen steht die Idee, dem Klienten das Erleben neuer Reaktionsmöglichkeiten zu erleichtern
und unabhängig vom bewussten Willen automatische unbewusste Suchvorgänge auszulösen (Erickson & Rossi, 1981).
Die Indirektheit Ericksons war das eigentliche Novum, aber Erickson konnte alles: direkt oder indirekt, hilflos
oder autoritär, je nachdem, was ihm angemessen erschien.
(Pacing &
Leading): Das Folgen besteht u.a. darin,
genau die konkret angezeigten
Verhaltensweisen des Klienten zu beschreiben oder sogar zu kopieren (Sitzhaltung): "Sie sitzen bequem in
Ihrem Stuhl, haben die Beine übereinandergekreuzt und warten ...". Dadurch wird wiederum eine Ja-Haltung
aufgebaut. Nach einer gewissen Zeit des Folgens kann der Therapeut zum Führen übergehen. Der Therapeut setzt
nun die von ihm geplanten Interventionen und Absichten ein, immer in Abstimmung auf das Folgen des Patienten:
Bei der Induktion folgt der Therapeut anfangs dem Atemtempo des Patienten, indem er sich diesem mit seiner
eigenen Atmung während der Kommunikation/Suggestion anpasst. Sobald der Patient Anzeichen von Entspannung
zeigt (etwas ruhigere und tiefere Atmung), verlangsamt nun der Therapeut geringfügig seinen Atemrhythmus. Er
veranlasst dadurch den Patienten, noch langsamer und ruhiger zu atmen und dann noch tiefer zu entspannen.
Erickson erzählte seinen Klienten sehr häufig Geschichten, Märchen, Wortspiele, Symbole oder Anekdoten mit vielen Bedeutungsebenen. Durch das Erzählen einer komplexen Geschichte oder Metapher
wird das Bewusstsein abgelenkt und eine unbewusste Suche nach Bedeutung und
Ressourcen aktiviert. Bei einer
wirkungsvollen Metapher, die eine Lösung des Problems zeigt, sind die Beziehungen zwischen Elementen der
Geschichte die gleichen wie die Beziehungen zwischen den Elementen des Problems. Ist dies der Fall kann eine
Metapher im Unbewussten verstanden und umgesetzt werden (O´Connor & Seymour, 1994).
Er legte großen Wert darauf, dass die Analogie nicht bewusst wurde. Bemerkte er, dass ein Klient dem
eigentlichen Sinn seiner Worte auf der Spur war, wechselte er blitzschnell das Thema. So erzeugte er durch
Ablenkung eine Amnesie.
Die Vorteile metaphorischer Kommunikation liegen auf der Hand: Geschichten sind nicht bedrohlich. Sie fesseln
die bewusste Aufmerksamkeit und fördern die Unabhängigkeit der Klienten. Sie können der Botschaft, die in einer
Anekdote enthalten ist, selbst einen spezifischen Sinn verleihen. Welche Schlüsse sie daraus ziehen, hängt somit
weitgehend von ihrem persönlichen Hintergrund ab. Manchmal können Geschichten auch Verwirrung stiften und die
Hypnosebereitschaft einer Person fördern.
Der Aufforderungscharakter ist nur implizit enthalten, dadurch können Widerstände gegen Veränderungen umgangen
werden.
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