NLP-Bibliothek: 8.15 Installation mit Hilfe von Ankern

8.15 Installation mit Hilfe von Ankern



Es besteht ein Grundunterschied zwischen dem Ankern im Rahmen von Utilisationsprozeduren und dem Ankern im Rahmen der Installation. Bei der Utilisation ankerst Du, um den Inhalt bestimmter Strategieschritte zu kontrollieren. Beim Installieren musst Du den Strategieschritt selbst kontrollieren. In diesem Falle wirst Du also nicht einen bestimmten Inhalt, sondern den Akt der Benutzung eines bestimmten Repräsentationssystems für einen bestimmten Schritt ankern. Du etablierst die Anker so, dass diese Zugang zur Benutzung bestimmter Repräsentationssysteme oder einer Sequenz von Repräsentationssystemen schaffen.


A. Das Ankern einer gesamten Strategiesequenz

Wenn eine Strategiesequenz bereits vorhanden ist, dann kann diese mit einem einzigen Anker geankert werden, so dass sie als Gesamtheit in einer neuen Sequenz eingefügt werden kann, die gerade entworfen wird.

Sie kann auch in eine Situation eingefügt werden, in der sie vorher nicht als Ressource vorhanden war; sie wird dann an kontextuelle Stimuli gebunden, die diese Situation kennzeichnen, und ermöglicht so innerhalb dieses Kontextes eine andere Verhaltensauswahl. Sie wird als Ressource in Situationen installiert, in denen der Klient Wahlmöglichkeiten in seiner Zielsetzung wünscht.

In solchen Fällen wird die Strategie in der Regel aus einem Kontext genommen, in dem sie natürlicherweise vorkommt, und in einen Kontext installiert, in dem sie nicht vorkommt oder bisher nicht vorgekommen ist. Bei dieser Operation ist es wichtig, dass Du die Strategiesequenz als solche von dem "Auslöser" (vom auslösenden Stimulus) trennst, der diese Sequenz vorher in dem Kontext auslöste, aus dem Du sie herausnimmst.

Schritt 1 zeigt, dass ein bestimmter externer, visueller Stimulus in Kontext A die Strategiesequenz Aid .... Ke auf natürliche Weise initiiert. Diese gesamte Sequenz wird nun mit dem Anker geankert. In Schritt 2 wird die Strategieeinheit in den Kontext B geankert, in dem bisher ein bestimmter externer auditiver Stimulus eine Ki - Vi-Schleife initiiert hatte. Der Person ist nun also die Strategie aus dem Kontext A im Kontext B als Ressource zugänglich.

Beispiel:
Motivationsstrategie einer Person ankern
Die Person soll sich an einen Zeitpunkt erinnern, an dem sie sich zu etwas motivierte, das sie nicht besonders gerne tat. Die Schritte dieser Strategie werden nun durch Befragen und Beobachtung evoziert. Jeder einzelne Schritt wird mit demselben kinästhetischen Anker auf einem Knie der Person geankert. Dann wird ein Verhalten vorgeschlagen, das diese Person nicht gerade besonders reizt (z.B. durch den Raum laufen und dabei einen Stuhl über den Kopf tragen oder einen Bleistift aufheben, der auf den Boden geworfen wurde). Die Person wird öfter gefragt, um die Tatsache zu etablieren, dass sie genau dieses Verhalten wirklich nicht mag. Die Motivationsstrategie wird dann durch "Abfeuern" des Ankerns ausgelöst. Wenn die Strategie gut geankert wurde, dann wird die Person automatisch Zugang zur Strategiesequenz für Motivation bekommen und diese auf den aktuellen Kontext anwenden.


B. Das Ankern von individuellen und unverbundenen Strategieschritten

Individuelle Repräsentationsschritte können aus Strategiesequenzen, die keine Beziehung zueinander haben, herausgenommen, geankert und dann in einer Reihenfolge zusammen geankert werden, so dass sie eine neue Strategie bilden.

Die Anker, mit denen der jeweilige Strategieschritt ausgelöst wird, können kinästhetischer Natur sein (z.B. Berührungen verschiedener Körperstellen). Sie können aber auch in anderen Repräsentationssytemen vollzogen werden, z.B. als innere oder äußere visuelle Stimuli. Worte sind natürlich auch Anker; ihr Vorteil ist, dass sie bis zu einem gewissen Grade kulturell standardisiert sind. Der Programmierer kann also auch mit verbalen Ankern Repräsentationen in eine Reihenfolge bringen (umgangssprachlich würde man dies als "Anweisungen geben" bezeichnen).

Du kannst die Effektivität Deiner Ankerprozeduren steigern, indem Du mehrere Anker für einen bestimmten Strategieschritt paarst bzw. kombinierst. Beim Installieren einer Strategiesequenz können Anker aus verschiedenen Repräsentationssytemen gepaart werden, um deren Effektivität zu erhöhen.

Proben:
Die grundlegende Methode des Probens ist die, dass der Programmierer den Klienten instruiert, beim Durchlauf durch die verschiedenen Strategieschritte die Übergänge zu üben, während der Programmierer eine Anzahl verschiedener Inhalte dafür bereitstellt.



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