10.8 Re-Imprinting nach R. Dilts
Eines der wirkungsvollsten NLP-Formate. Es eignet sich u.a. zur Behandlung schwerwiegender Traumata
und schlimmer Erlebnisse in frühester Kinderheit.
Eine Prägung (Imprint) ist eine einschneidende Erfahrung aus der Vergangenheit, aus der der Betroffene
einen Glaubenssatz oder ein Bündel von
Glaubenssätze geformt hat. Eine solche Prägung beinhaltet meist auch
eine unbewusste Rollenübernahme von anderen wichtigen Personen, die damit zu tun hatten.
Das Re-Imprinting hat den Zweck, die fehlenden
Ressourcen zu finden, den
Glaubenssatz zu
verändern und das Rollenmodell, das dort entwickelt wurde, an die realen und aktuellen Gegebenheiten
des Betroffenen anzupassen.
- A identifiziert ein einschränkendes Verhalten, das er ändern möchte.
- B identifiziert die dazu gehörigen Symptome (Gefühle, Worte, Vorstellungen), die mit dem Verhalten
einhergehen. B erfragt den zugrundeliegenden
Glaubenssatz. Kennzeichen: Hoffnungslosigkeit, Hilflosigkeit
oder Wertlosigkeit.
Anker. Erfrage die dazugehörigen
Submodalitäten (das, was A zuerst einfällt):
Anker.
- A geht nun mit diesem Anker seinen Lebensweg zurück, bis zu der Stelle, wo er die früheste Erfahrung
mit dem Gefühl/Symptom gemacht hat. Lasse A hier die
Generalisierung bzw. den
Glaubenssatz finden,
den er aus dieser Erfahrung heraus entwickelt hat.
- Lasse A noch einen weiteren Schritt zurück gehen, bis zu dem Punkt, wo die Erfahrung noch nicht statt
gefunden hatte. Dann tritt A aus seiner
Zeitlinie heraus und kehrt in die Gegenwart,
dissoziiert zu seiner
Zeitlinie,
zurück und blickt auf die prägende Erfahrung in seiner Vergangenheit. Bitte A die Auswirkungen
dieser Erfahrung auf sein späteres Leben zu bemerken. Lasse A auch - sofern vorhanden - weitere
Generalisierungen
und
Glaubenssätze
identifizieren, die er vielleicht später aus dieser Erfahrung heraus entwickelt hatte.
- Finde die positiven Absichten, die sekundären Gewinne oder positiven Auswirkungen, die mit dieser Erfahrung
verbunden sein mochten. Finde wichtige andere Personen, die zu dieser Erfahrung gehörten. Manches Symptom hat
damit zu tun, dass der Betroffene eine Rolle eines daran Beteiligten übernommen
modelliert hat. Finde auch für
diese Personen und ihr Verhalten die positive Absicht. Um dies herauszufinden, kannst Du A diese Menschen
z.B. einfach fragen lassen.
- Gehe für alle Personen, die mit der Prägungssituation in Verbindung stehen, die folgenden Schritte
durch:
- Finde aus der Dissoziation die
Ressourcen oder Wahlmöglichkeiten, die die
Person damals gebraucht hätte,
aber nicht hatte. Du kannst Ressource-Anker stapeln, Erfahrungen auf der
Zeitlinie einsammeln, Energie, Farben
etc. schicken. Lasse Deine Phantasie spielen. Achte bei den
Ressourcen auf die
logischen Ebenen.
- Lasse A mit all diesen
Ressourcen
in die Erfahrung desjenigen eintreten,
assoziieren, der sie damals
benötigt hätte. Aktiviere dabei den Anker, die
Ressourcen.
Lasse nun die Person die gesamte Situation mit den
Ressourcen neu erleben.
- Lasse A wieder aus der
Zeitlinie
heraustreten und aus der Dissoziation die gemachte Erfahrung neu
einschätzen: Wie haben sich die Wahrnehmung der Situation, die
Generalisierungen, die daraus gebildeten
Glaubenssätze verändert? Welche neue
Lernerfahrung möchte A aus der gesamten Erfahrung jetzt ziehen?
- Bitte A die wichtigste
Ressourcen zu finden,
die er gebraucht hätte und ankere sie. Mit diesem
Anker
lasse A zurückgehen zu einem Punkt kurz bevor er diese Erfahrung machte. Lasse A diese
Ressource in sein jüngeres Selbst aufnehmen und die gesamte
Zeitlinie
hindurch bis zur Gegenwart gehen.
"Nimm die Veränderungen wahr, die durch diesen Prozess stattgefunden haben."